Fachberatung für Senioren Stadtmitte an neuem Standort

Christoph Heinbüchner (von links), Pfarrer Fritz Graßmann, Martin Schenkelberg und Michael Krause vor der Besuchstour.

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Christoph Heinbüchner
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Augsburg (pm). Bislang hatte die Beratungsstelle des Diakonischen Werkes Augsburg (DWA) ihren Sitz in der Alten Gasse. Seit Ende Oktober findet die Beratung im Spenglergäßchen 7a statt.

In den ehemaligen Räumen der Schuldner- und Insolvenzberatung (die zwischenzeitlich in der Schaezlerstraße 15 zu finden ist) beraten Christoph Heinbüchner und Nicole Hegner Bürger:innen ab 65 Jahren, die in der Stadtmitte wohnen. Während Heinbüchner bereits seit 19 Jahren in der Fachberatung tätig ist, hat Nicole Hegner ihren Dienst dort Mitte September angetreten. Das DWA und die Diakoniezentrale im Spenglergäßchen kennt sie jedoch bestens, da sie bereits seit ca. zehn Jahren in der Gemeindearbeit der Kirchlichen Allgemeinen Sozialarbeit tätig ist – eine Aufgabe, die sie zusätzlich zu ihrer neuen Tätigkeit weiterführen wird.

Heinbüchner und Hegner hatten an ihrem neuen Standort bereits prominenten Besuch: Sozialreferent Martin Schenkelberg war im Sommer im Fachgremium der Seniorenfachberatungen zu Gast und möchte deren Aufgaben und Arbeit besser kennenlernen: „Vieles ist doch sehr theoretisch und auf einem abstrakten Niveau. Manchmal braucht es den direkten Blick.“ Nach der Begrüßung durch Pfarrer Fritz Graßmann, Theologischer Vorstand des DWA und Fachvorstand Michael Krause und einer kurzen Besichtigung der neuen Räume, die sich die Fachberatung mit der Flexiblen Jugendhilfe der Diakonie teilt, begleitete Schenkelberg Christoph Heinbüchner zu mehreren Hausbesuchen bei Klient:innen. Eine von ihnen ist Erika R. (67), die die Seniorenfachberatung bereits seit mehr als einem Jahr intensiv begleitet. Infolge einer missglückten Halswirbelsäulenoperation sitzt sie seit zwei Jahren mit Lähmungserscheinungen im Rollstuhl. Aufgrund ihrer Schwerbehinderung und inzwischen erheblichen Pflegebedürftigkeit wurde die Hartz-4-Empfängerin vom Jobcenter ausgesteuert und muss jetzt sämtliche Sozialhilfeleistungen beim Bezirk Schwaben beantragen. „Ein mühsamer und bürokratischer Prozess, der ohne die Hilfe der Fachberatung für sie allein nicht zu stemmen wäre“, sagt Christoph Heinbüchner. Auch der Umzug in eine bezahlbare behindertengerechte Wohnung, die in Augsburg nicht leicht zu finden ist, steht im neuen Jahr an. Einen gesetzlichen Betreuer für all die Aufgaben möchte die geistig noch fitte Klientin auf keinen Fall.

Eine neue Klientin ist Gertrud S. Nach dem Tod ihres Mannes im Sommer ist für die 89-Jährige eine Welt zusammengebrochen. Da sie in ihrer Mobilität nach zwei Hüftoperationen stark eingeschränkt ist, kann sie ihre Altbauwohnung im 2. Stock nicht mehr alleine verlassen. Christoph Heinbüchner: „Für alles, was ihr Ehemann bisher immer erledigt hatte, braucht sie jetzt fremde Hilfe, da sie weder Kinder und auch keine Verwandten mehr hat.“ Hier unterstütze die Fachberatung die Klientin intensiv, indem sie ein umfassendes Versorgungspaket   für die überforderte Seniorin organisiert, angefangen von erhöhten Pflegeleistungen, Essen auf Rädern, der Beantragung von Wohngeld und einem Schwerbehindertenausweis. Auch eine Dame aus dem ehrenamtlichen Besuchsdienst der Fachberatung wird Gertrud S. demnächst regelmäßig einmal wöchentlich besuchen.

Die Zahl der Hausbesuche machte laut Heinbüchner vor Corona mindestens 50 Prozent aller Beratungen aus. In der Hochphase der Pandemie waren wenig bis gar keine Hausbesuche möglich und die Fachberatung versuchte, telefonisch Kontakt zu den Ratsuchenden zu halten. Etliche von ihnen sind Rollstuhlfahrer: innen oder anderweitig stark in ihrer Mobilität eingeschränkt und haben ihre Wohnungen, oftmals nicht barrierefrei und behindertengerecht, zum Teil seit Jahren nicht verlassen. Viele sind auf umfassende ambulante Versorgung und Pflege durch externe Dienste angewiesen.

Info: Die Fachberatung für Senioren der Stadtmitte ist eine von insgesamt 14 Beratungsstellen dieser Art in der Stadt Augsburg und die einzige in Trägerschaft der Diakonie. Jede Beratungsstelle ist für einen Stadtteil zuständig.

Zum Angebot der Anlaufstelle im Spenglergäßchen gehören neben der Beratung, Leistungserschließung und Vermittlung von ambulanten Hilfen auch der Treffpunkt Demenz für pflegende Angehörige (in Kooperation mit der Alzheimer-Gesellschaft), der vier Mal im Jahr stattfindet sowie das Sprachpatenprojekt in Kooperation mit dem Jugendmigrationsdienst der Diakonie, bei dem Augsburger Senior:innen junge Migrant:innen z.B. beim Deutschlernen und bei Bildungsabschlüssen ehrenamtlich unterstützen.
Infos unter www.diakonie-augsburg.de 

Bildunterschrift: Christoph Heinbüchner (von links), Pfarrer Fritz Graßmann, Martin Schenkelberg und Michael Krause vor der Besuchstour.

Foto: DWA/Diana Riske