Paul-Gerhardt-Haus geht bei Digitalisierung voran

Pflegekräfte bei der digitalen Pflegedokumentation
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Gersthofen (pm). Als Stefanie Hurtner vor fast drei Jahren die Leitung der Pflegeeinrichtung der Diakonie Augsburg übernahm, hatte sie sich unter anderem den Ausbau der Digitalisierung auf die Fahne geschrieben.

Digitale Kanäle könnten dazu beitragen, interne Prozesse, das eigene Leistungsangebot sowie den Kontakt zu den Bewohner:innen zu verbessern. „Da stehen wir in der Pflege noch ziemlich am Anfang“, so Hurtner bei ihrem Amtsantritt. Seitdem hat sich einiges getan – Stichwort digitale Pflegedokumentation. Was für andere Einrichtungen noch Neuland ist, hat das Paul-Gerhardt-Haus (PGH) bereits vor mehr als einem Jahr eingeführt: Stationäre Terminals wurden durch Smartphones ersetzt, die in der Handhabung praktischer sind als Tablets und den Pflegekräften die sofortige und flexible Dokumentation ermöglichen. Davon profitieren auch die Bewohner:innen: „Durch den Einsatz der Smartphones konnten wir die Präsenz in den Wohnbereichen intensivieren“, erklärt Hurtner. Zudem können Bewohner:innen und Gäste auch einen Voucher für das WLAN-Netzwerk erhalten und nutzen, das im Zuge der Digitalisierung ausgebaut wurde.
Darüber hinaus sei es gelungen, die Dokumentationszeiten gegenüber der Eingabe am PC zu verkürzen. Vorstellbar ist laut der Einrichtungsleiterin auch, künftig die Möglichkeit der mündlichen Spracheingabe zu nutzen, etwa für Pflegekräfte mit Sprachbarrieren. Aktuell sind im PGH Mitarbeiter:innen aus rund 18 Nationen tätig.
Aufgrund der positiven Erfahrungen haben neben den Pflegemitarbeitenden inzwischen auch Betreuungskräfte Zugänge erhalten und dokumentieren unter anderem, an welchen Einzel- oder Gruppenangeboten Bewohner:innen teilgenommen haben, welche Fähigkeiten und Ressourcen dadurch angesprochen wurden und wie es ihnen gefallen hat.
Die Digitalisierung betrifft aber nicht nur die Pflege und Betreuung, sondern auch die Verwaltung. So arbeitet die Diakonie Augsburg momentan an der Einführung digitaler Bewohner:innen- und Personalakten. Ein aktuelles Projekt im PGH ist die Einführung eines Self-Service-Portals, das es den Mitarbeiter:innen ermöglicht, von ihren privaten Endgeräten aus ihre Dienstpläne einzusehen oder einen Urlaubsantrag zu stellen.
Stefanie Hurtner unterstreicht, dass Digitalisierung ein fortlaufender Prozess ist, der „nicht von heute auf morgen umgesetzt werden kann“. Die 38-Jährige setzt dabei auf „Menschen, die andere Menschen mitnehmen“ – Kolleg:innen genauso wie Bewohner:innen und deren Angehörige. „Alle müssen verstehen, dass nicht gleich alles zu 100 Prozent richtig laufen kann“, so Hurtner. Manchmal müsse man einen Schritt zurückgehen oder eventuell einen neuen Weg einschlagen. Digitalisierung sei nicht nur aus betriebswirtschaftlicher Sicht notwendig und sinnvoll, sondern trüge dazu bei, Mitarbeiter:innen zu gewinnen, zu qualifizieren und zu halten: „Mitarbeitende mit weniger Zeitdruck und klaren Strukturen sind entspannter und motivierter. Das kommt auch den Bewohner:innen zugute.“
Die Erfahrungen mit der Digitalisierung, die im Paul-Gerhardt-Haus als „Piloteinrichtung“ gemacht wurden, möchte Fachvorstand Michael Krause auch auf die anderen stationären Pflegeeinrichtungen der Diakonie übertragen: „Die wertvollen Informationen, die wir hier gesammelt haben, können den Start in anderen Einrichtungen erleichtern.“

Info: Das Paul-Gerhardt-Haus ist die größte stationäre Pflegeeinrichtung der Diakonie Augsburg. Insgesamt stehen 108 vollstationäre Pflegeplätze zur Verfügung (62 Einzelzimmer und 23 Doppelzimmer), davon 36 in drei beschützenden Wohnbereichen für je 12 Bewohner:innen. Weitere Infos unter https://diakonie-augsburg.de/de/rat-hilfe/seniorinnen/pflegeeinrichtungen/paul-gerhardt-haus