Betreuungsplatz als Startschuss zur Integration

Frauen mit und ohne Migrationshintergrund und Kinder sitzen am Boden
Pressemitteilung von

Augsburg (pm). Take Off! ist ein Projekt von Frauen für Frauen und unterstützt Migrantinnen dabei, eigene Kompetenzen weiterzuentwickeln und Job und Familie miteinander zu vereinbaren. 

Eingebettet in den Augsburger Projektverbund „Take Off! Mit & für Migrantinnen berufliche Perspektiven gestalten“ ist die Lotsenstelle Kinderbetreuung. Die Diakoniemitarbeiterinnen Saskia Heilemann und Ulrike Bunk-Özsoy beraten und unterstützen Projektteilnehmerinnen bei allen Fragen rund um Kinderbetreuung, Kindererziehung und zur Vereinbarkeit von Beruf und Familie. Mit Tagesmutter Nicole Rubin arbeiten die beiden fast seit Projektbeginn zusammen. Die Kindertagespflege biete einen sanften Einstieg und familiennahe Betreuung für die Kleinsten und auch kurzfristigere Lösungen bei der langwierigen Betreuungsplatzsuche – wenn es z.B. darum geht, die Mutter vor dem Verlust des Ausbildungsplatzes aufgrund fehlender Kinderbetreuung zu bewahren. „Erst wenn die eigenen Kinder gut versorgt sind, hat eine Mutter den Kopf frei für Sprachkurs, Arbeitssuche oder Ausbildung“, erklärt Saskia Heilemann. Sie und ihre Kollegin Ulrike Bunk-Özsoy begleiten engmaschig und haben im Gegensatz zu vielen anderen Beratungsstellen aufgrund ihrer Schwerpunktsetzung die zeitlichen Ressourcen, die Klientinnen bei der zeitaufwendigen und mit hohen Hürden verbundenen Suche nach einem Betreuungsplatz zu unterstützen – bei Bedarf auch mit Hartnäckigkeit und Beharrlichkeit.
Ihre Zielgruppe tue sich hier oft besonders schwer: Onlineanmeldungen, sprachliche Defizite, mangelndes Systemwissen, Fristen usw. stellen hohe Herausforderungen dar. Zudem hätten Eltern, die bereits einen Arbeitsvertrag vorweisen können, bei der Vergabe von Betreuungsplätzen in der Regel Vorrang. Da seien alle Familien in der gleichen Situation – unabhängig davon, ob sie einen Migrationshintergrund haben oder nicht. Leider werde der Besuch eines Sprachkurses in der Regel bei der Platzvergabe nicht mit einer beruflichen Tätigkeit gleichgesetzt, sei aber notwendige Voraussetzung dafür. Dabei seien gerade Kinder, die zu siebt mit fünf Geschwistern in einer Zweizimmerwohnung leben, auf ein kindgerechtes, förderndes außerhäusliches Umfeld angewiesen: „Je früher Kinder einen Betreuungsplatz haben, desto eher lernen sie die deutsche Sprache und können die Schullaufbahn mit guten Startbedingungen beginnen.“ Gleichzeitig ermöglicht eine zuverlässige Kinderbetreuung den Eltern, einen Integrations- oder Sprachkurs zu besuchen – so dass sie wiederum die Kinder z.B. bei den Hausaufgaben unterstützen können. Saskia Heilemann: „Je früher Kinder diese Chance bekommen, desto besser gelingt die Integration der ganzen Familie.“