„Jeder hat das Recht auf einen Platz, wo er sich zuhause fühlt“

Porträt Christian Müller, neuer Leiter des Bodelschwingh-Haus Augsburg.  Foto: DWA/Riske

Kontakt

Christian Müller

Einrichtungsleitung

Pressemitteilung von:
Christian Müller ist neuer Leiter des Bodelschwingh-Hauses.

Christian Müller ist neuer Leiter des Bodelschwingh-Hauses, eines Wiedereingliederungszentrums für haftentlassene und von Straffälligkeit bedrohte Männer in Trägerschaft des Diakonischen Werkes Augsburg (DWA).


Der Psychologe folgt auf Harald Eckart, der in die Bezirksstellenleitung des Trägers gewechselt ist. Für Müller ist es die zweite Stelle nach dem Studium in Eichstätt, das er mit dem Bachelor of Science (B.Sc.) abgeschlossen hat. Aufgewachsen ist er mit einem Zwillingsbruder und einer Schwester in der Nähe von Schrobenhausen, die Schule hat er in Friedberg besucht. Zuletzt war der 31-Jährige in einer Einrichtung der Behindertenhilfe in München tätig. Nicht nur wegen der langen Fahrzeit war er auf der Suche nach einer Stelle in Augsburg, wo er zwischenzeitlich mit seiner Freundin lebt. In seiner ersten Leitungsfunktion hat er „das Gefühl, etwas bewegen zu können. Das macht mir Spaß, darin gehe ich auf“, so Müller.


Eine aktuelle Herausforderung für den neuen Leiter und sein Team ist die geplante Erhöhung der Platzzahlen, die vom Bezirk Schwaben bereits genehmigt wurde. Aktuell finden im Bodelschwingh-Haus mit den Außenwohngruppen 42 Männer ein Zuhause auf Zeit. Mittelfristig soll es 56 Plätze geben. Müller hofft, dass schon bald der Umzug ins ehemalige Thomas-Breit-Zentrum unweit vom Bodelschwingh-Haus beginnen kann.


„Jeder Mensch hat das Recht auf einen Platz, wo er sich zuhause fühlt“ – davon ist der Psychologe überzeugt. Die Arbeit mit Straffälligen und Wohnungslosen ist für ihn daher auch eine „Herzensangelegenheit“. Ein Ziel seiner Arbeit ist, dass die Bewohner nach ihrem Aufenthalt im Bodelschwingh-Haus „weiter, bereiter und selbstständiger“ sind und wissen, wo sie Hilfe bekommen. Dazu beitragen soll etwa die Beschäftigungs- oder Arbeitstherapie. Auch spezielle Gruppen für Ältere oder eine U-25-Gruppe für junge Bewohner, um eine mögliche Abwärtsspirale frühzeitig zu durchbrechen, gehören zu Müllers Ideen.


Privat gilt sein Interesse dem Tischfußball. Er engagiert sich unter anderem in der Mitkickzentrale, wo alle Tischfußballbegeisterten in Augsburg mit Gleichgesinnten kickern können. Als Aktiver hat er bayerische, deutsche und sogar einen Schweizer Meistertitel gewonnen. Tischfußball ist für ihn ein technischer, strategischer Sport, der eine große mentale Stärke verlangt und hilft, mit den eigenen Gefühlen umzugehen: „Dein Gegner ist nur einen Meter entfernt, und Du kannst die Emotionen auf seinem Gesicht ablesen.“

Zum Team gehören neben Müller vier Sozialpädagog*innen, fünf Anleiter*innen, eine Verwaltungskraft sowie zwei Mitarbeiter*innen in der ambulanten Wohnungslosenhilfe.