Vom Landtag in Resozialisierungseinrichtung für Haftentlassene

 
 
MdL Dr. Hans Reichhart informiert sich über das Wiedereingliederungszentrum der Diakonie Augsburg, das bis 2018 umfangreich modernisiert wird.
Pressemitteilung von: 
14.02.2017

Endlich raus aus dem Knast! Was eigentlich ein Grund zur Freude sein müsste, bereitet vielen Haftentlassenen auch Sorge: Eine Arbeit und eine Wohnung zu finden gestaltet sich meist schwierig, oft fehlt es auch am sozialen Netz. Die Diakonie Augsburg nimmt sich in ihrem Bodelschwingh-Haus diesen Männern an.

MdL Dr. Hans Reichhart hat sich am Montag, 13. Februar 2017, informiert, welche Unterstützung das Diakonische Werk Augsburg ehemaligen Häftlingen mit diesem Haus bietet.

Das Augsburger Bodelschwingh-Haus ist ein Wiedereingliederungszentrum für haftentlassene Männer und bietet 36 Plätze.  Die konzeptionell moderne, an anspruchsvollen fachlichen Standards ausgerichtete Resozialisierungseinrichtung ist die einzige ihrer Art in ganz Schwaben. Durch das Wohngruppenkonzept wird die Eigenständigkeit und Selbstverantwortung der Bewohner gefördert. Sie putzen und kochen mit Unterstützung selbst und erhalten, sofern sie keiner Berufstätigkeit nachgehen, auch angeleitete Beschäftigung. Zehn Mitarbeiter stehen den Bewohnern zur Therapie, Beratung und Arbeitsanleitung zur Verfügung. Sie helfen bei persönlichen Problemen ebenso wie bei bürokratischen Dingen und Behördengängen.

Dr. Reichhart überzeugte sich vor Ort von der Situation und erfuhr im Gespräch mit Markus Bottlang, Finanzvorstand des Diakonischen Werks, und Harald Eckart, Leiter des Bodelschwingh-Hauses, dass das Haus für viele Männer oft die einzige Chance ist, im Leben außerhalb der Gefängnismauern wieder Fuß zu fassen. Bottlang betont: „Das Bodelschwingh-Haus nimmt die Männer auf und hilft ihnen, sich in ihrem wieder selbstbestimmten Alltag zurechtzufinden. Jeder hat eine zweite Chance verdient. Wir sind froh, dass die Diakonie Menschen hilft, diese Chance erfolgreich zu nutzen.“

Da die letzte Sanierung des Gebäudes aus den 1950er Jahren bereits 30 Jahre zurückliegt, stehen dringende Modernisierungsarbeiten in Höhe von fast zwei Millionen Euro an. Neben der Gebäudesanierung und der Modernisierung der Gebäudetechnik werden die Funktionsbereiche des Bodelschwingh-Hauses neu strukturiert. Es wird deutlich mehr Einzelzimmer geben und das Haus wird auch für mobilitätseingeschränkte Personen erschlossen.

Das Diakonische Werk bringt einen großen Teil der Kosten selbst auf und hofft zusätzlich auf Unterstützung durch die Bayerische Landesstiftung und das Deutsche Hilfswerk. Dr. Reichhart, der vor seinem Landtagsmandat selbst als Richter und Staatsanwalt tätig war, betont die Wichtigkeit dieser Einrichtung: „Gerade unmittelbar nach Gefängnisaufenthalten ist es wichtig, dass die ehemaligen Häftlinge eine Anlaufstelle zum Wohnen haben. Wenn dann die Integration gelingt, ist das nicht nur für die Menschen gut, sondern auch viel billiger als erneut Gefängnis.“

Willkommen sind auch Spenden auf das Konto des Diakonischen Werks Augsburg e. V. bei der Stadtsparkasse Augsburg, IBAN DE 44 7205 0000 0000 0019 17,

BIC AUGSDE77XXX, Stichwort Bodelschwingh-Haus.

Hintergrund

Die Hilfe für straffällig gewordene und wohnungslose Menschen ist für das Diakonische Werk Augsburg (DWA) ein wichtiges Arbeitsfeld mit langer Tradition. Die Vorgängereinrichtung des Bodelschwingh-Hauses war 1895 die Keimzelle der Augsburger Diakonie. Das DWA hat in enger Abstimmung mit Justiz und der Stadt Augsburg auch eine zentrale Anlaufstelle für Haftentlassene ohne sozialen Empfangsraum mitgegründet. Außerdem gehören Täter-Opfer-Ausgleich und Ehepaarseminare in Justizvollzugsanstalten zu den Angeboten.