Integratives Zeltlager im Proviantbachquartier

 
 
Pressemitteilung von: 
05.08.2016
45 Kinder bei Veranstaltung von Diakonie und Stadtjugendring

Tobias Hartmann hat gerade ein Kind mit Insektenstich versorgt. Auch das gehört zu den Aufgaben eines Betreuers beim Zeltlager, das das Diakonische Werk Augsburg (DWA) und der Stadtjugendring/Streetwork Ost in gemeinsamer Trägerschaft in der ersten Ferienwoche im Proviantbachquartier veranstaltet haben. Das Besondere daran: Etwa die Hälfte der Kinder stammte aus den Flüchtlingsunterkünften in der Otto-, Schüle- und Windprechtstraße, die andere Hälfte sind Augsburger Kinder, die von ihren Eltern über Tschamp, das Ferienprogramm der Stadt Augsburg angemeldet wurden.

Schwimmen oder basteln - für jeden ist etwas dabei

„Wir sind integrativ“, sagt Tobias Hartmann, einer von insgesamt 15 haupt- und ehrenamtlichen Betreuern von Diakonie und Stadtjugendring/Streetwork Ost, die sich von Mittwoch bis Samstag um die 45 Kinder kümmerten. Miteinander essen, spülen, spielen – das erlebten die Mädchen und Buben zwischen acht und 14 Jahren aus verschiedenen Nationen hier ganz selbstverständlich. Einer von ihnen ist Mohammed aus Syrien, der in der Unterkunft Schülestraße lebt. Am liebsten schwimmt der 13-Jährige: „Das habe ich letztes Jahr hier gelernt.“ Auch Nachtwanderungen und Fußball machen ihm Spaß. Doch jetzt muss er weiter, seine Freunde warten schon am Proviantbach. Gracia (11) aus dem Kongo bastelt dagegen lieber oder spielt Verstecken. Auch sie wohnt in der Schülestraße. Gerade flicht sie ein Freundschaftsband aus bunten Wollfäden. Was sie danach noch ausprobieren will? Sie deutet mit dem Kopf zum Nachbartisch, wo gerade ein paar andere Kinder mit Faden weiße T-Shirts abgebunden haben, die sie nun batiken wollen.

Freiraum und Pflichten

Bei allen Freizeitangeboten haben die Kinder auch Pflichten, z.B. abspülen. Neben einer Auszeichnung für das sauberste Zelt gibt es auch Strafarbeiten, z.B. die Toilette putzen. Die Sanitäranlagen können die Kinder und Betreuer im Clubhaus des AC Torres und Türkspor Augsburg nutzen, die auch den Zeltplatz gegen eine geringe Pauschale zur Verfügung stellen.
„Wir haben hier viel Freiraum“, sagt Tobias Hartmann. Den genießen die Kinder, den Eltern fällt es manchmal schwerer loszulassen. Aber schon am dritten Abend gab es ein Wiedersehen: Am letzten Abend steht traditionell ein Elternessen auf dem Programm, bei dem die Mütter und Väter Speisen aus ihren Heimatländern mitbringen.